Viele Arbeitnehmer stellen sich nach einer Kündigung dieselbe Frage: Habe ich Anspruch auf eine Abfindung? Die kurze Antwort lautet: Nicht automatisch – aber in sehr vielen Fällen bestehen realistische Chancen auf eine Abfindung, vor allem, wenn die Kündigung rechtlich angreifbar ist.
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Geschätzte Abfindung:
7.500 €
Berechnung: 3.000 € × 5 Jahre × 0.5
* Dies ist eine unverbindliche Schätzung. Die tatsächliche Abfindung hängt von vielen Faktoren ab.
Was ist eine Abfindung?
Eine Abfindung ist eine einmalige Geldzahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer zum Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes. Sie ist keine gesetzliche Pflichtleistung, sondern meist das Ergebnis:
- 1eines Vergleichs vor Gericht
- 2einer Kündigungsschutzklage
- 3oder einer freiwilligen Einigung
Ziel des Arbeitgebers ist es häufig, ein langes und teures Gerichtsverfahren zu vermeiden.
Gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Abfindung?
❌ Grundsatz: Kein automatischer Anspruch auf Abfindung bei Kündigung
ABER: Es gibt mehrere wichtige Ausnahmen, in denen ein Anspruch entsteht oder realistisch durchsetzbar ist.
Abfindung nach § 1a KSchG
Ein direkter gesetzlicher Anspruch besteht, wenn alle folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:
- Der Arbeitgeber kündigt betriebsbedingt
- Im Kündigungsschreiben steht ausdrücklich ein Abfindungsangebot
- Der Arbeitgeber bietet 0,5 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr an
- Der Arbeitnehmer erhebt keine Kündigungsschutzklage innerhalb von 3 Wochen
Wichtig: Dieser Fall kommt in der Praxis eher selten vor, da Arbeitgeber diese Regelung bewusst vermeiden.
Abfindung durch Kündigungsschutzklage
Sehr viele Kündigungen sind rechtlich angreifbar. Arbeitgeber wissen das – und bieten daher häufig eine Abfindung an, um Zeit, Kosten und Imageschäden zu vermeiden.
Voraussetzungen für eine Kündigungsschutzklage
Mitarbeiter im Betrieb
Monate Betriebszugehörigkeit
Dann gilt das Kündigungsschutzgesetz.
Wann ist eine Kündigung angreifbar?
Eine Kündigung ist häufig unwirksam bei:
❌ Formfehlern
- • Kündigung nicht schriftlich
- • Falsche Frist
- • Keine Originalunterschrift
❌ Fehlender oder fehlerhafter Begründung
- • Keine echte betriebliche Notwendigkeit
- • Vorgeschobene Gründe
❌ Fehlerhafter Sozialauswahl
- • Alter, Betriebszugehörigkeit, Unterhaltspflichten, Schwerbehinderung
❌ Besonderem Kündigungsschutz
- • Schwangerschaft, Schwerbehinderung, Elternzeit, Pflegezeit, Betriebsrat
✅ In all diesen Fällen bestehen sehr gute Chancen auf eine Abfindung!
Abfindung bei Vergleich vor Gericht
der Kündigungsschutzverfahren enden mit einem gerichtlichen Vergleich
Typischer Inhalt eines Vergleichs:
- Beendigung des Arbeitsverhältnisses
- Zahlung einer Abfindung
- Wohlwollendes Arbeitszeugnis
- Freistellung
Abfindung bei Aufhebungsvertrag
Auch bei einem Aufhebungsvertrag ist eine Abfindung üblich – allerdings:
⚠️ Vorsicht:
- • Sperrzeit beim Arbeitslosengeld möglich
- • Schlechte Verhandlungsposition ohne Prüfung
👉 Ein Aufhebungsvertrag sollte niemals ungeprüft unterschrieben werden.
Wie hoch ist eine Abfindung?
Die Faustformel
0,5 Bruttomonatsgehälter × Beschäftigungsjahre
Beispielrechnung:
Bruttogehalt
Betriebszugehörigkeit
Abfindung
In der Praxis sind auch 1,0 oder mehr Monatsgehälter pro Jahr möglich – abhängig von Erfolgsaussichten, Verhandlungsstärke und Prozessrisiko des Arbeitgebers.
Welche Fristen sind extrem wichtig?
3-Wochen-Frist
Nach Zugang der Kündigung haben Sie nur 3 Wochen, um Kündigungsschutzklage einzureichen.
❗ Wird diese Frist versäumt, gilt die Kündigung automatisch als wirksam – selbst wenn sie rechtswidrig war.
Fazit: Wann habe ich Anspruch auf eine Abfindung?
👉 Wer schnell handelt und seine Rechte kennt, kann oft eine hohe Abfindung durchsetzen.
💡 Tipp für Betroffene
Lassen Sie Ihre Kündigung frühzeitig prüfen. Eine erste Einschätzung zeigt meist schon, ob und in welcher Höhe eine Abfindung realistisch ist.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle rechtliche Beratung.


